Paar mit schlaflosen Nächten wegen Zwischenfinanzierung, Hauskauf und Hausverkauf

Ratgeber

Erst kaufen, dann verkaufen? Ein Praxisfall aus meiner Arbeit

Von Heiko Schnörpel · Immobilienmakler in Potsdam

Das neue Haus ist gefunden – aber die eigene Immobilie noch nicht verkauft. Genau dann fängt bei vielen Eigentümern das Rechnen an: Reicht die Zeit? Brauche ich eine Zwischenfinanzierung? Was passiert, wenn mein Haus nicht rechtzeitig verkauft wird?

Mit genau so einer Situation beschäftige ich mich gerade bei einem Hausverkauf.

Vier Monate Zeit – kann das funktionieren?

Die Käufer einer Immobilie besitzen selbst noch ein Haus, das verkauft werden soll. Für das neue Haus ist die Übergabe zum 31. Dezember vorgesehen.

Damit haben wir mehrere Monate Zeit, um den Verkauf vernünftig vorzubereiten und umzusetzen.

Mein erster Schritt war eine realistische Bewertung der bestehenden Immobilie. Die Eigentümer sind mit meiner Einschätzung einverstanden und wir starten jetzt mit der Vermarktung.

Das bisherige Haus soll rechtzeitig verkauft werden, damit der Verkaufserlös für den Kauf der neuen Immobilie zur Verfügung steht.

Wenn das gelingt, brauchen die Käufer im besten Fall überhaupt keine Zwischenfinanzierung.

Garantieren kann das natürlich niemand. Auch bei einem guten Angebotspreis entscheidet am Ende der Markt, wie schnell sich der passende Käufer findet und dessen Finanzierung steht.

Die Zwischenfinanzierung bleibt der Notfallplan

Mit einem zuverlässigen Finanzierer beziehungsweise der Hausbank wird deshalb zunächst geklärt, ob eine Zwischenfinanzierung grundsätzlich möglich wäre und unter welchen Bedingungen.

Sie soll nicht vorsorglich abgeschlossen werden.

Erst wenn sich tatsächlich abzeichnet, dass der Verkaufserlös aus dem bisherigen Haus zum vereinbarten Zahlungstermin nicht zur Verfügung steht, müsste über den Abschluss beziehungsweise die tatsächliche Nutzung einer Zwischenfinanzierung entschieden werden.

Die Zwischenfinanzierung ist hier nicht der Plan – sie ist die Absicherung, falls der Zeitplan nicht aufgeht.

Auch die späteren Käufer müssen mitziehen

Auch der Käufer des bisherigen Hauses muss wissen, welcher Zeitplan vorgesehen ist.

Vielleicht entsteht zwischen Kaufpreiszahlung, Auszug und Einzug in das neue Haus eine kleine zeitliche Lücke. Dann muss man gemeinsam schauen, wie sich das vernünftig lösen lässt.

Je früher diese Termine miteinander abgestimmt sind, desto weniger Überraschungen gibt es später bei Auszug und Übergabe.

Wenn Kauf, Verkauf und Finanzierung zusammenpassen müssen

In diesem Fall müssen mehrere Dinge zeitlich zusammenpassen: der Verkauf des bisherigen Hauses, die Kaufpreiszahlung für die neue Immobilie, die Finanzierung und die beiden Übergaben.

Verkäufer, Käufer, Finanzierer und Notar müssen deshalb möglichst denselben Zeitplan kennen.

Ob unser Plan in diesem konkreten Fall exakt aufgeht, wird sich zeigen.

Ich halte es für realistisch, den Verkauf innerhalb des vorhandenen Zeitfensters zu schaffen. Ein Versprechen wäre trotzdem unseriös.

Wir versuchen deshalb, den Verkauf so sauber wie möglich zu organisieren und gleichzeitig zu wissen, welche Alternative besteht, falls es zeitlich doch nicht reicht.

Wenn am Ende der Verkauf des bisherigen Hauses, die Kaufpreiszahlungen und beide Übergaben gut ineinandergreifen und keine Zwischenfinanzierung nötig wird, wäre genau das erreicht, was gute Vorbereitung leisten soll:

Eine komplizierte Situation so zu organisieren, dass aus Hauskauf und Hausverkauf möglichst keine schlaflosen Nächte werden.

Hinweis: Der Beitrag beschreibt einen anonymisierten Praxisfall und stellt keine Finanzierungs- oder Rechtsberatung dar. Finanzierungsfragen sind mit der Bank bzw. einem qualifizierten Finanzierungsberater und vertragliche Regelungen mit dem beurkundenden Notar zu klären.